Ablauf
- Paare bilden und Material verteilen: Möglichst Personen, die nicht ohnehin täglich zusammenarbeiten. Pro Paar ein A4-Blatt querformat, ein einziger Stift (Filz- oder Buntstift, kein Bleistift – Striche sollen sichtbar sein). Paare sitzen Schulter an Schulter am Tisch, sodass beide bequem ans Blatt kommen.
- Stift-Halte-Position einnehmen: „Beide Personen halten den Stift gleichzeitig. Egal ob umfasst, mit Daumen-Zeigefinger umgreift oder zu zweit geklemmt – Hauptsache beide haben Kontakt zum Stift und beide können ihn bewegen." Kurz vormachen oder ein Foto zeigen, das spart Erklärzeit.
- Motiv vorgeben und still anfangen: „Zeichnet zusammen ein Haus. Drei Minuten. Ihr dürft nicht reden, keine Geräusche, keine Tippcodes – nur über die Bewegung am Stift kommunizieren." Timer sichtbar laufen lassen. Moderation geht durch den Raum und korrigiert sanft (Finger auf die Lippen) bei Sprechversuchen.
- Zeichnen und beobachten: In den drei Minuten passiert die eigentliche Übung. Wer zieht den ersten Strich, wer korrigiert, wer wartet? Manche Paare haben nach 30 Sekunden ein Haus, andere streiten still drei Minuten über die Dachform. Beides ist legitim – die Diversität ist Stoff für den Debrief.
- Zweite Runde und Debrief: Optional zweite Runde mit anderem Motiv (Tier, Landschaft, Stadt, Maschine), idealerweise im selben Paar, damit der Lerneffekt einfließt. Bilder im Raum aufhängen, drei Fragen in der Gesamtgruppe: „Wer hat in eurem Paar geführt – und wie?", „Wo gab es Konflikt am Stift?", „Was nehmt ihr für eure echte Zusammenarbeit mit?". Ohne Debrief bleibt es ein Spiel, mit Debrief ein scharfer Spiegel.
Tipp: Stille Variante ist die ergiebigste – wer mit Reden anfängt, dominiert sofort, weil Sprache schneller ist als Stiftbewegung. Bei Reden-Bruch einmal kurz erinnern, ohne moralisch zu werden. Bei unterschiedlichen Zeichen-Vorerfahrungen explizit ansagen: „Es geht nicht um schöne Bilder, es geht ums gemeinsame Steuern. Strichmännchen sind perfekt." Online mit gemeinsamen Whiteboards funktioniert die Übung leider nicht gleich gut.